Ludwig van Beethoven (1770-1827)

     Chronologische Übersicht (siehe unten)

     Beethovens geistliche Werke:

          1. Trauerkantate

          2. Oratorium Christus am Ölberge

          3. C-Dur-Messe op. 86

               a) allgemeine Einführung

               b) vierzehn ausgewählte Briefe Beethovens zu seiner Messe op. 86

               c) der Messe-Text latein und deutsch

               d) die deutschen Texte der Beethoven-Zeit zu op. 86

          4. Missa solemnis op. 123

 

Chronologische Übersicht 

 

1733   Beethovens Großvater Ludwig van Beethoven (1712-1773) wird an der Bonner Hofkapelle angestellt, zunächst als Bassist, 1761 als Hofkapellmeister.

1756   Beethovens Vater Johann (um 1740 - 1792) wirkt in der Hofkapelle mit. Ab 1764 Festanstellung als Tenor.

1770   Taufe Ludwig van Beethovens am 17. Dezember.

1778   Öffentlicher Auftritt als klavierspielendes Wunderkind am 26. März in Köln.

1782   Erste Veröffentlichung: Neun Variationen über einen Marsch von Dressler (WoO 63). Gelegentlich Aushilfe als Organist der Hofkapelle, noch ohne Gehalt; feste Anstellung als zweiter Hoforganist 1784.

1783   Beethoven widmet seinem Dienstherrn, dem Kurfürsten Maximilian Friedrich, drei Klaviersonaten (WoO 47).

1787   Im April Reise nach Wien. Beethoven will bei Mozart Unterricht nehmen, muß jedoch nach zwei Wochen zurückkehren, da seine Mutter im Sterben liegt.

1790   Trauerkantate zum Tod Kaiser Josephs II. (einem Bruder des Bonner Kurfürsten Maximilian Franz), Kantate zur Krönung Leopolds II. Joseph Haydn besucht Bonn auf seiner Reise nach London und 1792 auf der Rückfahrt nach Wien; Beethoven wird ihm vorgestellt.

1792   Im November geht Beethoven nach Wien, um Schüler Haydns zu werden. Später nimmt er auch Unterricht bei Schenk, Albrechtsberger und Salieri.

1794   Französische Truppen besetzen das Rheinland. Das Kurfürstentum Köln wird aufgelöst, der Kurfürst flieht. Damit verliert Beethoven seine Bonner Stelle; was als Ausbildungsreise nach Wien geplant war, wird zur endgültigen Übersiedlung.

1795   Am 29. März erster öffentlicher Auftritt in Wien. Beethoven spielt im Hofburgtheater in einer von Joseph Haydn veranstalteten Akademie ein Klavierkonzert (wahrscheinlich op. 15). Im Juli wird das Opus 1 (drei Klaviertrios) auf Subskription gedruckt.

1796   Einzige größere Konzertreise: über Prag (Februar bis April), Dresden und Leipzig nach Berlin (Mai bis Juli).

1798   Klaviersonate op. 13 "Pathétique".

1800   Am 2. April erstes eigenes Konzert in Wien mit der Uraufführung der 1. Symphonie. Damit hat sich Beethoven nach Klaviersonate (op. 2, 1795) und Streichquartett (op. 18, 1798 - 1800) mit der dritten durch die Wiener Klassiker Haydn und Mozart geprägten Gattung der Instrumentalmusik auseinandergesetzt.

1802   "Heiligenstädter Testament" als resignativer Monolog über die zunehmende Ertaubung.

1803   Akademie im Theater an der Wien am 5. April: Uraufführung der 2. Symphonie, des 3. Klavierkonzerts und des Oratoriums "Christus am Ölberge".
"Kreutzer-Sonate" op. 47.

1804   Am 18. April läßt Napoleon sich zum Kaiser von Frankreich ausrufen. Aus Enttäuschung darüber verwirft Beethoven später den für die 3. Symphonie vorgesehenen Titel "Bonaparte".

1805   Erste Besetzung Wiens durch französische Truppen. Der Adel verläßt die Stadt. Die Uraufführung des "Fidelio" am 20.11. wird zum Misserfolg.

1806   Von August bis Oktober Aufenthalt beim Fürsten Lichnowsky, einem wichtigen Mäzen Beethovens, auf Schloß Grätz (Schlesien). Rückkehr nach Wien wegen eines Streits mit Lichnowsky. Uraufführung des Violinkonzerts. Streichquartette op. 59 im Auftrag des Grafen Rasumowsky.

1807   Messe C-Dur op. 86 für Fürst Esterhazy in Eisenstadt.

1808   Akademie im Theater an der Wien am 22.Dezember: Uraufführung der 5. und 6. Symphonie, des 4. Klavierkonzerts und der Chorfantasie op. 80.

1809   Erzherzog Rudolph, Fürst Lobkowitz und Fürst Kinsky garantieren Beethoven eine Jahresrente. Dafür verpflichtet er sich, in Wien zu bleiben, und verzichtet auf die ihm angebotene Stelle als Hofkapellmeister bei Napoleons Bruder Jérome in Kassel. Am 4. Mai verläßt die kaiserliche Familie Wien wegen der erneuten französischen Besetzung. Der Abschied von Erzherzog Rudolph wird Anlaß für die Komposition der Klaviersonate op. 81a "Das Lebewohl".

1810   Schauspielmusik zu Goethes "Egmont".

1812   Kuraufenthalt in Teplitz. Brief an die "Unsterbliche Geliebte", deren Identität unbekannt ist. Treffen mit Johann Wolfgang von Goethe. Auf der Rückreise längerer Besuch beim Bruder Johann, der in Linz eine Apotheke hat.

1813   Mit "Wellingtons Sieg oder Die Schlacht bei Vittoria" op. 91, am 8. Dezember zusammen mit der 7. Symphonie uraufgeführt, feiert Beethoven einen der entscheidenden Siege über Napoleon.

1814   Im September wird der Wiener Kongress eröffnet. Das Interesse der internationalen Prominenz verschafft Beethoven große Erfolge durch Gelegenheitskompositionen (Kongresskantate "Der glorreiche Augenblick"), Aufführungen der 7. und 8. Symphonie und Neufassung des "Fidelio".

1815   Nach dem Tod seines Bruders Kaspar Karl am 15. November wird Beethoven Vormund seines Neffen Karl. In den folgenden Jahren kommt es zu gerichtlichen Auseinandersetzungen mit der Schwägerin Johanna van Beethoven um die Vormundschaft.

1816   Liederzyklus "An die ferne Geliebte".

1818   Konversationshefte werden notwendig: wegen Beethovens Taubheit müssen Gesprächspartner sich ihm schriftlich mitteilen. "Hammerklaviersonate" op. 106.

1820   Im März tritt Erzherzog Rudolph sein Amt als Erzbischof von Olmütz an. Beethoven schreibt für diesen Anlaß die Missa solemnis, die er aber erst 1823 vollendet.

1822   Die letzte Klaviersonate: op. 111.

1823   "Diabelli-Variationen".

1824   7. Mai: Uraufführung der 9. Symphonie. Danach beginnt Beethoven mit der Arbeit an den letzten Streichquartetten, zentralen Kompositionen seines Spätwerks.

1826   Selbstmordversuch des Neffen Karl am 6. August. Letzte abgeschlossene Komposition: neues Finale zum Streichquartett op. 130.

1827   Beethoven stirbt am 26. März im "Schwarzspanierhaus" in Wien.